Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen.
Sondern die Ansichten, die wir von ihnen haben.
(Epiktet, griech. Philosoph, ca. 50-138 n.Chr.)
Wege entstehen dadurch, dass wir sie gehen
Franz Kafka, (1883-1924)
Don`t push the river it flows by itself
Fritz Pearls
Der Ton der Klangschale berührt unser Innerstes...
Peter Hess
Körper, Geist und Seele im (Ein-)Klang

Monika Neuwinger

Heilpraktikerin (Psychotherapie)

Schock und Trauma

Ein Ereignis kann traumatisch sein, wenn es (lebens-)bedrohlich ist und uns in einer Art und Weise überwältigt, dass unsere üblichen Abwehr- und Bewältigungsmechanismen (z.B. Flucht, Angriff oder Verteidigung) nicht mehr ausreichen, weil wir von der Heftigkeit dieses Ereignisses überfordert sind. Aktives Handeln kann für die Betroffenen in dieser Situation unmöglich werden; wir fühlen uns dem Ereignis hilf- und schutzlos ausgeliefert. Diese Situation kann mit den bisherigen Erfahrungen nicht bewältigt werden. In Folge laufen Notfallprogramme ab, die eigentlich dem Schutz unseres Körpers dienen. Einen großen Einfluss hat hier auch das Alter, in dem das Ereignis stattfindet.

Als traumatisierend werden im Allgemeinen belastende Ereignisse wie Unfälle, lebensbedrohliche Erkrankungen, Trennung, Tod, Kündigung - aber auch Erfahrungen von Gewalt sowie Verlust- und Vernachlässigungserfahrungen bezeichnet. Wir stehen unter Schock, sind traumatisiert. Bei einem Trauma muss es sich jedoch nicht immer um einzelne, schlimme Ereignisse oder Katastrophen, dem sogenannten Schocktrauma, handeln. Viele Menschen sind in ihrer Kindheit chronisch traumtisiert worden, ohne dass sie sagen würden, sie seien misshandelt oder vernachlässigt worden. Es gab jedoch viele grenzwertige Erlebnisse wie z. B. Strafen, Trennungen, Auseinandersetzungen, Missachtung, Kritik oder Liebesentzug, die in ihrer Summe eben doch zu einem Trauma führen können. Sie können tiefe Wunden in der Seele hinterlassen, die einen Menschen das Leben lang beeinträchtigen. Hier spricht man von einem Entwicklungstrauma.

Ob eine Erfahrung einen Menschen traumatisiert und ob und in welchem Ausmaß es zu Folgesymptomen kommt, hängt von situationsbezogenen und individuellen Faktoren ab. Ebenso, wie eine körperliche Verletzung Zeit benötigt, um zu verheilen, ist auch ein Trauma eine Verletzung der Seele, die ebenfalls ihre Zeit braucht zum Verheilen.

Traumatherapie

In der Traumatherapie wird daran gearbeitet, wieder innere Sicherheit und Stabilität aufzubauen. Ziel ist die Wiedererlangung der Kontrolle über die Zustände des Wieder-Erlebens - und zu lernen, wie Panikattacken und Spannungszustände sowie überflutende Gefühlszustände unterbrochen werden können. Was nach einer erfolgreichen Behandlung bleibt, ist die Erinnerung an ein schlimmes Ereignis, das Sie überwunden haben. Nach der entsprechenden Diagnostik umfasst die Traumatherapie drei Phasen:

Stabilisierungsphase

Sie ist die Basis einer Traumatherapie und braucht häufig häufig die längste Zeit der gesamten Traumatherapie. In dieser Phase lernen die betroffenen Menschen mit Hilfe unterschiedlicher Techniken mit z. B. überflutenden Traumabildern, mit Ängsten oder Alpträumen umzugehen. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Resilienz- und Ressourcenerkundung sowie Ressourcenverstärkung. Ein Besinnen auf die "Überlebenskunst" - denn diese ist vorhanden, der Betroffene hat das Schlimmste überlebt, es gab etwas, das ihm hier geholfen hat.

Neuverarbeitung der erlebten Situation(en)

Es erfolgt eine gezielte Durcharbeitung der traumatischen Situation zur Verarbeitung der belastenden Ereignisse und ihrer Folgen. Die belastenden Bilder, Körperempfindungen, Gedanken, Gefühle verlieren dabei meistens ihren belastenden Charakter.

Integration, Trauern und Neuorientierung

In dieser Phase geht es um die Akzeptanz der nicht mehr rückgängig zu machenden Erlebnisse, Aufbau neuer Lebensperspektiven und der Rückfallvorbeugung, z. B. durch Erarbeiten eines "Notfallkoffers".

"Eine Reise von 1.000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt." (Luise Reddemann)

Manchmal ist es schwierig den ersten Schritt zu tun. Doch Sie haben ihn schon getan... Sie suchen im Internet Informationen zu Ihrem Thema. Welche Schritte, seelischen Kräfte brauchen Sie auf Ihrer Reise? Sprechen wir darüber und schauen, welche nächsten Schritte sinnvoll sind.

Auf der Grundlage meiner Ausbildungen in Traumatherapie biete ich hier in der Praxis eine gezielte Behandlung an. Ich arbeite unter Einbeziehung Ihrer Lebensgeschichte mit Ressourcenarbeit, Psychoedukation und Verfahren aus der Verhaltenstherapie, EMDR, Trauma Buster Technique (TBT) sowie Elementen aus der Ego-state orientierten Traumatherapie. Mir persönlich ist wichtig, dass im Rahmen der Trauma-Therapie nichts ohne Ihr Einverständnis geschieht. Eine Konfrontation mit dem Erlebten kommt nicht für alle Betroffenen in Frage. In jedem Fall wird das Vorgehen vorher besprochen und Sie entscheiden, wie es weitergeht.