Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen.
Sondern die Ansichten, die wir von ihnen haben.
(Epiktet, griech. Philosoph, ca. 50-138 n.Chr.)
Wege entstehen dadurch, dass wir sie gehen
Franz Kafka, (1883-1924)
Don`t push the river it flows by itself
Fritz Pearls
Der Ton der Klangschale berührt unser Innerstes...
Peter Hess
Körper, Geist und Seele im (Ein-)Klang

Monika Neuwinger

Heilpraktikerin (Psychotherapie)

Glaubenssätze - was ist das eigentlich?

Glaubenssätze sind Überzeugungen über uns selbst und darüber, was in der Welt um uns herum möglich ist. Sie prägen uns und unser Leben maßgeblich. Es gibt sowohl Glaubenssätze, die uns unterstützen und motivieren sowie...

... Glaubenssätze, die uns einengen oder bremsen. Sie generalisieren oder vereinfachen ein Thema und sind uns nicht immer bewusst - obwohl wir versuchen, uns nach ihnen zu richten oder nach ihnen zu leben.

Unterstützende, motivierende Glaubenssätze

Diese helfen uns dabei, unsere Wünsche und Ziele zu erreichen, z. B.

  • Ich schaffe das.
  • Ich bin gut in meinem Job.
  • Ich kann alles erreichen, was ich erreichen möchte.

Einschränkende, uns bremsende Glaubenssätze

Während uns die motivierenden Glaubenssätze dabei helfen, etwas zu erreichen, hindern uns die einschränkenden Glaubenssätze an der Erreichung oder Erfüllung unserer Wünsche und Ziele, z. B.

  • Das schaffe ich nie.
  • Die anderen sind besser als ich.
  • Es geht immer alles schief - warum sollte das jetzt anders sein.

Doch woher kommen sie denn, diese Glaubenssätze?

Glaubenssätze entstehen durch bestimmte Erlebnisse und Erfahrungen, z. B. ich muss anderen helfen, denn nur dann bin ich liebenswert - oder Hunde sind gefährlich, weil vielleicht ein Hund bellend auf uns zugelaufen ist. Häufig übernehmen wir bestimmte Glaubenssätze oder Denkmuster auch in der Kindheit oder Jugend von den Eltern, Lehrern, Geschwistern, Freunden oder anderen für uns wichtigen Personen. Diese Glaubenssätze helfen uns dabei, Stabilität in unser Leben zu bringen und schnell in Situationen reagieren zu können. Positive Glaubenssätze helfen uns bei der Erreichung unserer Ziele, Wünsche und Träume.

Die Problematik ist, dass wir häufig eher negative Glaubenssätze haben, die uns einschränken. Sie hindern uns daran, unsere Ziele, Wünsche, Träume zu erreichen. Denn ein einmal in unserem Kopf entstandener Glaubenssatz wird in unserem Gehirn abgelegt und in der Regel nicht mehr auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Das führt dazu, dass z. B. Menschen mit dem Glaubenssatz "das schaffe ich nie" mit wenig Selbstvertrauen an die Erfüllung Ihrer Wünsche gehen - denn jedes noch so kleinste Hindernis wird als Bestätigung ihres Glaubenssatzes gesehen - und wenn sie ihr Ziel tatäschlich nicht erreichen, bestätigen sich selbst und sagen sich "ich hab's doch die ganze Zeit gewusst".

Die positive Nachricht:

Jeder Glaubenssatz ist veränderbar! Doch wie soll das gehen? Eine Möglichkeit ist, Glaubenssätze von Tatsachen unterscheiden zu lernen. Beispiele:

  • "Ich bin seit 2 Jahren Single." = eine Tatsache versus "Ich bin nicht attratkiv, begehrenswert - wer soll mich da schon haben wollen?“ = ein Glaubenssatz
  • "Ich habe die Stammdaten eines Artikels falsch hinterlegt" = eine Tatsache versus "Ich mache sowieso immer was falsch" = ein Glaubenssatz
  • "Ich habe im letzten Jahr 3 kg zugenommen." = eine Tatsache versus "Ich bin zu dick, keiner mag mich." = ein Glaubenssatz

Wenn Sie Ihre Glaubenssätze verändern, dann verändern Sie auch die Tatsachen und somit auch Ihre Resultate im Leben. Die negativen Glaubenssätze sind Verallgemeinerungen, Generalisierungen - denn ist es wirklich so, dass Sie keiner, wirklich absolut niemand mag, nur weil Sie subjektiv gesehen 3 kg zu viel wiegen? Und machen Sie wirklich immer etwas oder alles falsch, weil Ihnen ein Fehler unterlaufen ist - der eventuell sogar bei einer Prüfung im 4-Augen-Prinzip hätte entdeckt werden können?

Glaubenssätze auflösen

Um einschränkende Glaubenssätze aufzulösen ist es wichtig, den Wahrheitsgehalt zu hinterfragen. Zweifeln Sie Ihr Denkmuster an, insbesondere, wenn ein Wort wie z. B. immer, keiner, nie, nichts in dem Satz enthalten sind. 

Überlegen Sie, woher dieser Glaubenssatz kommt - wenn Sie verstehen, wo der Ursprung liegt, können Sie beginnen, etwas zu ändern. Vielleicht haben Sie als Kind einen Satz Ihrer Eltern aufgeschnappt oder Ihr Lehrer oder ein Mitschüler haben sich über etwas lustig gemacht.

Ist Ihr Glaubenssatz berechtigt? Wenn Sie z. B. einmal von einem Hund gebissen wurden bedeutet es nicht, dass alle Hunde bissig sind. Wenn Ihr Glaubenssatz lautet "Ich mache sowieso immer was falsch" könnten Sie überlegen, wann Ihnen etwas gelungen ist und was. Wenn Ihr Glaubensatz ist "Ich bin zu dick, keiner mag mich" könnten Sie überlegen, wer Sie mag, welche Freunde Sie haben, was Ihr Partner an Ihnen mag und schätzt.

Ersetzen Sie Ihren bisherigen Glaubenssatz durch ein neues Denkmuster. Suchen Sie nach neuen Formulierungen - ein paar sind bereits bei den motivierenden Denkmustern erwähnt. Sagen Sie sich anstatt "bei mir geht alles schief" stattdessen "es wird gelingen". Oder ersetzen Sie Worte wie "immer" durch etwas anderes, z. B. durch "im Moment" - es ist ein Unterschied ob ich mir sage "Ich kann das nicht" oder "Im Moment habe ich das Gefühl, es nicht zu schaffen." Durch die Einschränkung auf "im Moment" kann sich das Gefühl jederzeit ändern.

Haben Sie Geduld...

Neue Glaubenssätze müssen sich ebenso festigen, wie es die bisherigen getan haben. Und wenn Sie sich bei einem Rückfall in ein altes Denkmuster ertappen: das ist ganz normal und menschlich - schließlich sind die Glaubenssätze ja auch nicht über Nacht entstanden. Aber es kann funktionieren - alleine als auch mit Unterstützung.