Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen.
Sondern die Ansichten, die wir von ihnen haben.
(Epiktet, griech. Philosoph, ca. 50-138 n.Chr.)
Wege entstehen dadurch, dass wir sie gehen
Franz Kafka, (1883-1924)
Don`t push the river it flows by itself
Fritz Pearls
Der Ton der Klangschale berührt unser Innerstes...
Peter Hess
Körper, Geist und Seele im (Ein-)Klang

Monika Neuwinger

Heilpraktikerin (Psychotherapie)

Warum eigentlich...

tun wir uns manchmal so schwer mit VerÄnderungen? Woher kommt diese Reaktion?

Nach einem Zitat von Hermann Hesse  ist ein Neubeginn, Neuanfang großartig: "Jedem Neubeginn wohnt ein Zauber inne..." (Hermann Hesse)

Doch nicht jeder Mensch sieht einen positiven Zauber in einem Neubeginn. Denn Veränderungen reißen uns aus dem Alltag, aus unserer gewohnten Umgebung oder unseren Gewohnheiten heraus. Häufig spielen dabei Ängste eine große Rolle. Angst oder Sorge

  • vor einer neuen Situation
  • vor neuen Kolleginnen und Kollegen, Nachbarn, Mitschülern
  • sich wieder neu beweisen zu müssen
  • ob der Partner oder die Kinder in der neuen Situation gut zurecht kommen
  • wie komme ich mit der/ dem neuen Vorgesetzten zurecht

Manchmal werden wir mit einer neuen Lebenssituation vor vollendete Tatsachen gestellt und fühlen uns überrollt oder übergangen, hilflos – z. B. durch eine Umstrukturierung im Unternehmen, neue Vorgesetzte, Trennung, Krankheit. Und auch, wenn wir selbst die neue Lebenssituation herbeigeführt haben, kann es sein, dass wir doch etwas Bammel haben vor der neuen Situation, Herausforderung. Wir haben sozusagen „Bammel vor der eigenen Courage“.

Übrigens - auch Lampenfieber gehört dazu: sprechen vor anderen Menschen, einen Vortrag halten, zu einer neuen Gruppe dazu kommen... gerade hier gibt es gute Übungen, damit umzugehen, z. B. das Erlernen von Atem- und Entspannungstechniken.

Doch warum eigentlich tun wir uns so schwer mit VerÄnderungen? Bekommen Herzklopfen, Schweißausbrüche, Bauchgrummeln, schlafen schlecht? Fragen Sie sich manchmal auch: warum ist das so, warum muss gerade ich so reagieren? Manchmal hilft es uns, zu wissen, warum eigentlich unser Körper, wir selbst so reagieren.

Die Antwort liegt in unserer Vergangenheit, unseren Genen - nämlich den Lebensbedingungen des Urmenschen. Ohne eine Stressreaktion, auch häufig als „fight or flight“ Reaktion beschrieben, hätten unsere Vorfahren nicht überlebt. Sie läuft immer nach demselben Muster ab: Auslöser sind Gefahrensituationen, z. B. der Anblick von wilden Tieren oder „gefährliche Geräusche“. Der Körper gerät in Alarmbereitschaft und schüttet Stresshormone aus – die Atmung wird schneller, Blutdruck und Puls steigen, Gehirn und Muskeln werden mit zusätzlicher Energie versorgt und stehen unter Spannung, der Körper ist sofort bereit zum überlebenswichtigen Kampf oder die rettende Flucht. Die heutige Stressreaktion läuft noch genauso ab, wie damals – nur haben wir weniger Gelegenheit, die Energie im Kampf mit dem wilden Tier oder durch Weglaufen wieder loszuwerden. Eine VerÄnderung kann genau so eine Stresssituation sein. Denn wir wissen nicht wirklich, was auf uns zukommt.

Sprechen Sie mit Ihrer Familie, Ihren Freunden darüber, denn jeder hat schon einmal eine VerÄnderung er- und durchlebt. Manchmal tut es einfach nur gut, darüber zu sprechen – und vielleicht auch zu merken: Ich bin nicht allein. Häufig hilft es, eine Situation aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und zu beleuchten. Und sie als Chance zu betrachten und alte Handlungsmuster, Gewohnheiten aufzugeben bzw. zu ändern.

"Du kannst die Wellen nicht aufhalten - aber Du kannst lernen zu surfen" (Verfasser unbekannt)